Zum Bobath-Konzept selbst

Das Bobath-Konzept ist eines der weltweit am häufigsten angewendeten Therapieansätze zur Behandlung von Hemiplegie nach Schlaganfall. Es ist keine Behandlungsmethode oder -Technik, sondern sieht sich als problemlösender Ansatz zur Befundung und Behandlung von Personen mit Störungen von Funktion, Bewegung und Muskeltonus, verursacht durch eine Läsion des Zentralen Nervensystems (ZNS).

Der betroffene Mensch soll mit einer minimalen Bewegungsauffälligkeit eine maximale Selbständigkeit erreichen und lernen, mit seinen Einschränkungen umzugehen. Unter Berücksichtigung der individuellen körperlichen, sozialen, emotionalen und beruflichen Situation des betroffenen Menschen beruht der Behandlungsansatz auf der Vermeidung oder Hemmung von abnormalem Haltungstonus und abnormal koordinierten Bewegungsmustern sowie dem Wiedererlernen von normaler Bewegung, welche normalen Haltungstonus, normale reziproke Innervation und normale Gleichgewichtsreaktionen beinhaltet. Der Therapeut unterstützt diesen Prozess durch die Handhabung und Fazilitation von Schlüsselpunkten mit dem Ziel der Optimierung der Funktion über Verbesserung der Haltungskontrolle und selektiven Bewegung.

Besonderes Merkmal des Bobath-Konzeptes ist das 24-Stunden Konzept:

Der Behandlungsansatz beschränkt sich nicht nur auf einer spezielle Therapieform, wie z.B. die Physiotherapie, sondern bezieht alle beteiligten Personen mit ein, d.h. der Betroffene, das multidisziplinäre Team (Pflege, Physiotherapie, Ergotherapie, Ärzte, Logopädie, Neuropsychologie) und die Angehörigen, führen die „Therapie“ jeden Tag bei jeder Aktivität im Alltag oder während der Rehabilitation interaktiv über die 24 Stunden des Tages fort. Besonders wichtig ist für das Langzeitlernen und die Übertragung in den selbstständigen Alltag.

3-6 Tageskurse

Voraussetzungen für die Teilnahme an den 3-6 Tagen Schulung ist Interesse in der Thematik.

Angesprochen sind

  • alle Krankenpfleger/innen sowie diese in Ausbildung befindlichen.
  • alle Altenpfleger/innen sowie diese in Ausbildung befindlichen.

Die Ziele der Schulungen sind u.a.

  • der Kompetenzerwerb zu spezifischen Handlungskompetenzen
  • Professionalisierung der Pflegenden in der therapeutisch-aktivierenden Pflege von Patienten mit Schädigungen des zentralen Nervensystems.
  • Verhinderung von Sekundärschäden bei Patienten.
  • Förderung und individuelle Aktivierung des Patienten in seinen Alltagskompetenzen.
  • Edukation von Angehörigen der Patienten.
  • Förderung von Präventionsmaßnahmen für Pflegende, bezogen auf eine körpergerechte Arbeitsweise
  • Integration aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse

Bei 6-tägigen Schulungen kann eine Videoanalyse in Anspruch genommen werden.
Und je nach Institution, die Arbeit am Patientenbett.

Es kann den Kliniken ein Kompetenzerwerb bescheinigt werden in den Bereichen: OPS 8-55 bis OPS 8-60 nach DMDI im Rahmen der KTQ Zertifizierung.